Das Franchise "Sex and the City"

Die US-amerikanische Erfolgsserie "Sex and the City" leitete in vielerlei Hinsicht eine ganz neue Ära der Abendunterhaltung und auch des übergreifenden Franchise-Systems ein. Zahlreiche Produktanbieter der verschiedensten Angebotsbereiche konnten von dem sehr erfolgreichen Medienmodell aber ebenso profitieren, wie die Filme-, Buch- und auch Merchandise-Hersteller. Zum Beispiel profitierten große Modehäuser und -Label sowie Verlagshäuser ebenso durch und durch vom Erfolg der Serie, wie Alkoholhersteller, Bars und Clubs in New York, aber auch in anderen Teilen der USA, und nicht zuletzt sogar die Hersteller von erotischen Spielzeugen.

Aber, was war und ist es, was die zu Beginn eigentlich so umstrittene Serie zum Schluss so beliebt machte? Warum rissen sich letztendlich nicht nur unzählige Stars und Sternchen um eine "Nebenrolle", sondern auch Marken, Hersteller und Unternehmen der unterschiedlichsten Größen und Angebots- sowie Produktschwerpunkten?

Sex and the City - Geschichten aus der großen Stadt

In den 90er Jahren entwickelt, wurde das heutige Franchise - das mittlerweile mehrere Serienstaffeln, zwei Kinofilme, unzählige Bücher und sogar umfangreichen Merchandise umfasst - sehr kritisch gesehen. Kein einziger Sender wollte die spätere Erfolgsserie ausstrahlen. Grund war der, dass ihnen die Serie, die sich rundum Männer, Liebeleien, das Singleleben und nicht zuletzt um Schuhe und Mode dreht, zu wenig Tiefe und zu viele brisante Themen vorwies. Das änderte sich schließlich, als der Sender HBO entschied, die erste Staffel testweise im Spätprogramm zu platzieren. Der Erfolg stellte sich schnell und überraschend ein. Binnen weniger Wochen war die erste Staffel, die auf den Geschichten und Büchern der bekannten New Yorker-Journalistin und Kolumnistin Candace Bushnell basierte, zum allabendlichen Quotenhit avanciert. Zahlreiche internationale Sender folgten - die Serie wurde weltweit ausgestrahlt und in viele Sprachen übersetzt. Schnell folgten fünf weitere Staffeln, die aber nicht mehr ausschließlich an die Geschichten von Bushnell angelehnt waren.

Hier fand sich der erste Bruch mit dem vorhergegangenen Franchise-System, denn wo die erste Staffel noch mehr mit sehr vielen verschiedenen Gesichtern aus der New Yorker-High Socciety beschäftigte, konzentrierten sich alle weiteren Staffeln und auch die Kinofilme eher auf die vier Freundinnen Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker), Miranda Hopes (Cynthia Nixon), Charlotte York (Kristin Davis) und Samantha Jones (Kim Cattrall). Gleichbleibend waren aber vom Anfang bis zum bisherigen Ende die hintergründigen Erzählungen, die von der Journalistin Carrie getätigt werden. Gleiches gilt für die späteren Bücher, die sehr nah an der Serie angelehnt wurden.

Das Ende des Franchise-Modells oder ein neuer Anfang?

Da sich vor allem die Serie sehr stark mit dem äußerst lebhaften und auch dem materiell stark bezogenen Leben in der Weltstadt New York beschäftigte, profitierten auch viele bekannte Modehäuser und -Schöpfer von der Serie. Marken wie Chanel, Gucci, Dolce und Gabbana und nicht zuletzt auch der bis dato eher in sehr hohen gesellschaftlichen Kreisen bekannte Schuhhersteller Manolo Blahnik erreichten durch die Serie plötzlich ein sehr weites Publikum - zahlreiche Frauen weltweit, die sich geldlich eher in den Mittelklasse-Schichten aufhielten. Doch auch der eine oder andere S. Oliver Shop profitierte vom neuen Modebewusstsein vieler junger Frauen. Weltweit wurden beispielsweise ganze Kollektionen an die Trends angelehnt, die in der Serie angepriesen wurden. Somit wurde exklusive Mode nicht nur gefragter, sondern auch für die breite Masse etwas erschwinglicher.

In den jüngsten Werken des Franchise-Modells, den beiden aktuelleren Kinofilmen, geht es hingegen mehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen der vier augenscheinlich so unterschiedlichen Freundinnen. Mode, teure Cocktails und gehobene Partynächste spielen zwar immer noch eine große Unterhaltungs- und Storyrolle - aber vor allem im aktuellsten Kinofilm keine mit der Serie vergleichbare. Viele Fans enttäuschte das sehr, sodass diese sich vom Franchise "Sex and the City" abwendeten. Jedoch ist für die Zukunft eine ganz neue Serie geplant - die nicht nur die Hauptdarstellerinnen durch neue und jüngere Gesichter ersetzten will, sondern den Fokus zurück auf Mode, Sex, Partys, Gerüchte und auch das Leben in der großen Stadt legen soll.