Star Trek: Das Franchise aus Überzeugung
Jeder hat einmal von Star Trek gehört. Und auch wenn manche noch nie eine einzige Folge gesehen haben, so weiß doch jeder, dass von Star Trek der Typ mit den spitzen Ohren war, der Warpantrieb, Phaser, usw.... Einige der gängigsten Science-Fiction Begriffe unserer Zeit stammen aus dem inwzischen 726 Episoden und elf Kinofilme umfassenden Universum, und sogar die Physik wurde von Star Trek beeinflusst. So bekundete der Nobelpreisträger Stephen Hawking, während den Dreharbeiten seines Cameoauftritts, dass er nicht nur ein leidenschaftlicher Fan der Serie sei, sondern von ihr auch zu den Überlegungen bezüglich der Möglichkeit von Raumkrümmung inspiriert worden zu sein.
Was Star Trek so einzigartig unter den Science-Fiction-Franchises macht, ist dass es hauptsächlich durch seine Fans getragen wird. Die Anfänge von Star Trek können hierbei als symbolisch betrachtet werden: 1966 entwickelte Gene Roddenberry die Idee und das Konzept. Er schrieb einige Drehbücher und bekam von Paramount die Möglichkeit, einen Pilotfilm zu produzieren. Das Studio lehnte das Ergebnis jedoch entschieden ab, zu ungewöhnlich seien die Rollen, zu unkonventionell das ganze Konzept. Eine Frau als ersten Offizier und ein Alien, das aussieht wie Mephisto aus Faust sollten dem amerikanischen Publikum nicht zumutbar sein. NBC gab Roddenberry eine zweite Chance, die er nicht verstreichen ließ. Da ihm jedoch kaum genug Geld für eine ganze Serie zugesprochen wurde mussten die Macher von Anfang an improvisieren. Die Kulisse wurde zum Beispiel aus Kaffebechern und Kartons zusammengeschustert. Das Kostüm waren kratzige Stoffanzüge und billige Schuhe. Und als Raumschiff Enterprise endlich zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, bleiben auch noch die Quoten aus. Alles deutete darauf hin, dass das Franchise scheitern würde, wenn da nicht die Fans gewesen wären, die sich in einem gemeinsam verfassten Brief an das Studio richteten, und darum baten, doch mindestens noch eine Staffel zu produzieren. Gesagt getan, die zweite Staffel wurde gedreht, und war erfolgreich genug um auch noch eine dritte und vierte zu produzieren. Das Hauptproblem waren aber die gewagten Szenen. So war Star Trek die erste Fernsehsendung, bei der ein weißer Mann eine schwarze Frau küsste, oder (was zu Zeiten des Kalten Krieges undenkbar war) ein russischer Offizier an Bord eine Hauptrolle spielte. Schlussendlich wurde die Serie in einigen Ländern Amerikas verboten.
Doch Hollywood meldete Interesse, und rettete das Franchise erneut. Da die Filme allesamt sehr gut ankamen, beschloss man, eine weitere Serie mit dem Namen Das Nächste Jahrhundert zu produzieren, die vor allem wegen ihrer toleranten und pazifistischen Aussage bei den Fans großes Ansehen genoss und sogar noch vier weitere Kinofilme springen ließ, in denen nicht nur CGI auf dem höchsten Niveau geliefert wurde, sondern auch günstige Damenschuhe gegen Schuhe von verschiedenen Designern geändert wurden, und das Rollenrepertoire um einige Charaktere erweitert wurde. Allen vorran hatte First Contact auch bei Nicht-Fans einen großen Erfolg.
Angetrieben durch diese Zahlen wurden parallel zwei weitere Serien produziert, Deep Space Nine welche anders als bei allen Anderen auf einer Raumstation spielt und sich mehr mit Themen wie Krieg und Diplomatie auseinandersetzt, und Raumschiff Voyager, welche von einem Raumschiff handelt, dass in einen weit entfernten Teil unserer Galaxie geschleudert wird, und nun den Heimweg sucht. Voyager ist insofern einzigartig, als dass es die erste Star Trek Serie mit einem weiblichen Captain war.
Nachdem jedoch die neueste Serie Star Trek: Enterprise von nicht allzugroßem Erfolg gekührt war, und auch erneute Proteste von Fans in dieser Hinsicht keine Änderung hervorriefen, entschied man sich, einen neuen Anlauf mit neuen Darstellern und neuer Story zu wagen. Und so kam 2009 Star Trek als Reboot in die Kinos, welcher zwar von den altgesottenen Fans weniger, aber dafür vom neuen und jüngeren Publikum hoch gelobt wurde.
Wie es weiter geht mit Star Trek, ist noch nicht ganz sicher. Während die älteren Fans immer noch auf eine neue Serie hoffen, scheint man sich in Hollywood darüber klar geworden zu sein, dass das meiste Geld doch mit Kinofilmen zu machen sei, und so erwarten wir zu 2013 einen zweiten Star Trek Film der neuen Zeitlinie.